Brustwachstum bei Hormontherapie

1/31/2019knowledge
Dr. med. Eva-Maria Schlomm

Warum kommt es eigentlich zu einem Brustwachstum bei Hormontherapie?

Eine weitere Frage an uns war, warum eine Brustvergrößerung bei der Hormontherapie stattfindet. Dies ist vor allem bei Androgenrezeptor-Blockern (z.B. Bicalutamid, Flutamid) der Fall. Im Körper existieren einige „Feedback-Schleifen“, die dafür sorgen, dass unsere Hormone im Gleichgewicht sind. Durch die Blockade der Testosteronrezeptoren im Körper kommt es zu einem Überschuss an Östrogen, welches dafür sorgt, dass sich die Brustdrüsen vergrößern. Um dem vorzubeugen, kann die Brust prophylaktisch bestrahlt werden. Die zweite Form der Hormontherapie, LHRH-Analoga, verursacht eher keine Brustvergrößerung. Sie wirkt, indem die Testosteronproduktion gänzlich unterdrückt wird. Gerade am Anfang einer Hormontherapie werden jedoch Androgenrezeptor-Blocker und LHRH-Analoga zeitgleich gegeben, um das sog. „Flare-up“, also eine anfangs verstärkte Testosteronproduktion durch LHRH-Analoga, zu verhindern. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass die LHRH-Analoga für das Brustwachstum verantwortlich sind.

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