Medizin-Nobelpreis - Immuntherapie gegen Krebs + Neues von der ESMO

10/1/2018newsletter
Dr. med. Eva-Maria Schlomm

Die Gewinner des diesjährigen Nobelpreises für Medizin stehen fest. Ein Amerikaner und ein Japaner werden ausgezeichnet für ihre Arbeit zur Immuntherapie in der Krebsbehandlung. Immuntherapie bedeutet, dass man das körpereigene Immunsystem dazu bringt, Tumorzellen als fremd zu erkennen und anzugreifen.

Tumorzellen haben die Möglichkeit, sich vor dem Immunsystem zu verstecken, indem sie sich bestimmter Signalwege, sog. „Checkpoints“, bedienen. In dem man diese Checkpoints ausschaltet, wird der Tumor für das Immunsystem sichtbar und zum Ziel der körpereigenen Abwehr. Checkpoint Inhibitoren werden bereits erfolgreich bei der Behandlung von Hautkrebs, Lungenkrebs und Nierenkrebs eingesetzt. Zum Prostatakarzinom laufen aktuell Studien, um die Wirksamkeit der Checkpoint Inhibitoren zu untersuchen. Bereits jetzt gilt die Immuntherapie neben Operation, Strahlen- und Chemotherapie als die „vierte Säule“ der Krebstherapie.

Neues von der ESMO (European Society for Medical Oncology) - Konferenz 2018 in München: Bislang war es unklar, ob eine lokale Behandlung beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom sinnvoll ist. Neue Analysen der STAMPEDE-Daten konnten einen Vorteil im Gesamt-Überleben zeigen, wenn die Teilnehmer eine lokale Strahlentherapie + Hormontherapie erhalten haben. Dies gilt allerdings nur für die Teilnehmer mit einer geringen Metastasenlast, bei Patienten mit hoher Metastasenlast hat sich dieser Vorteil nicht gezeigt. Hohe Metastasenlast war definiert als vier oder mehr Knochenmetastasen (davon eine außerhalb des axialen Skeletts) und/oder Organmetastasen.

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