Der Großteil des Testosterons wird in den Hoden gebildet, ein kleiner Teil auch in den Nebennieren. Der Befehl, Testosteron zu bilden, wird von einem Teil des Gehirns, dem Hypothalamus gegeben. Dieser Befehl ist ein Hormon, welches LHRH (Luteinisierendes Hormon Releasing Hormon) oder GNRH (Gonadotropin Releasing Hormon) genannt wird. Dabei sollte man sich nicht wundern, dass es zwei Namen für das gleiche Hormon gibt. GNRH kommt aus dem Englischen und wird auch in Deutschland oft verwendet, LHRH ist die deutsche Bezeichnung. Die Medikamente, die den Hoden nun den Befehl geben, kein Testosteron mehr zu bilden, heißen LHRH-Analoga oder LHRH-Antagonisten (oder auch GNRH-Analoga bzw. GNRH-Antagonisten). Sie sorgen dafür, dass im Gehirn die Befehle zur Testosteronproduktion abgefangen werden und die Hoden nicht mehr erreichen und der Hoden kein Testosteron mehr produziert. Die Medikamente werden als Depots verabreicht, welches in der Regel unter die Haut (subkutan) im Bereich des Unterbauches oder in den Muskel (Po oder Oberschenkel) gespritzt werden. Sie geben den Wirkstoff gleichmäßig über einen längeren Zeitraum ab. So gibt es 1-Monats-, 3-Monats- und 6-Monats-Depots. Nach diesem Zeitraum müssen sie erneuert werden, um die Wirkung aufrecht zu erhalten.

Typische Medikamentennamen: Pamorelin, Trenatone, Eligard, Profact, Firmagon, Zoladex

Nebenwirkungen. Hitzewallungen, Verlust des sexuellen Verlangens (Libido), Gewichtszunahme und eine depressive Stimmungslage gehören zu den typischen Veränderungen, welche unter der Behandlung auftreten können.

Wie wird die Wirkung einer LHRH/GNRH-Analoga oder -Antagonisten-Therapie kontrolliert? Die Wirkung von LHRH/GNRH-Analoga oder -Antagonisten kann über den Testosteronwert kontrolliert werden. Der muss deutlich nach einigen Tagen unter die sogenannte Kastrationsschwelle sinken. Die Kastrationsschwelle liegt bei unter < 50 ng/dL oder < 1,7 nmol/L (je nachdem, welche Messeinheit im Labor verwendet wird). Natürlich sollte auch der PSA Wert unter der Therapie deutlich absinken. Abhängig vom Tumorstadium, ob z.B. Metastasen vorhanden sind, muss unter der Hormontherapie auch regelmäßig mittels Bildgebung (z.B. Knochenszintigraphie, Computertomographie, PET-CT) ein mögliches Metastasenwachstum kontrolliert werden.