Aufgrund von Studiendaten wird heutzutage eine Kombination aus Docetaxel-Chemotherapie und einer Hormontherapie sehr früh bei Patienten mit einem hormon-sensiblen, metastasierten Prostatakarzinom eingesetzt. Dieses Vorgehen ist neu, da zuvor bei Metastasen immer erst so lange mit einer alleinigen Hormontherapie behandelt wurde, bis der Tumor nicht mehr auf die Hormontherapie angesprochen hat - diesen Zustand nennt man dann "Kastrationsresistenz". Das heißt, kurz zusammengefasst, dass der Prostatakrebs trotz einer wirksamen Hormontherapie (welche das Testosteron unter die sogenannte "Kastrationsschwelle" absenkt) weiterwächst. Erst wenn dieser Zustand erreicht war, wurde eine weitere Therapie (Hormontherapien der 2. Generation, wie Arbirataroneoder Enzalutamid) oder Docetaxel) zur Hormontherapie dazugegeben.

Wann ist eine Hormon-Chemotherapie empfohlen? In den durchgeführten Studien zeigte sich, dass Patienten mit einer hohen Metastasenlast am meisten von einer frühen Hormon-Chemotherapie profitieren. Das waren vor allem Patienten mit vielen Knochenmetastasen, Metastasen in Lunge oder Leber (viszerale Metastasen) oder ausgedehnten Lymphknotenmetastasen.

Wie wird die Hormon-Chemotherapie durchgeführt? In der Regel wird erst mit der Hormontherapie begonnen. Die Docetaxel-Chemotherapie folgt dann nach ca. 3 Monaten. Es werden insgesamt sechs Zyklen Chemotherapie empfohlen.

Welche Kontrolluntersuchungen sind empfohlen? Die Wirkung der Therapie wird in der Regel nach den ersten drei Zyklen der Chemotherapie mittels Bildgebung überprüft und dann erneut nach Beendigung der Chemotherapie. Weiterhin sind regelmäßige Blutkontrollen notwendig. Mehr Informationen finden Sie hier: