Bei dem so genannten „PSA-Wert“ handelt es sich um das Prostataspezifische Antigen, gemessen im Blut. PSA wird ausschließlich von Prostatazellen gebildet, auf medizinisch nennt man das einen „organspezifischer Marker“. Der PSA-Wert spielt im Rahmen der Krebs-Früherkennung eine große Rolle, wird jedoch im Gegensatz zur ebenfalls wichtigen Tastuntersuchung (noch) nicht von den Kassen bezahlt. Wichtig zu wissen ist auch, dass der PSA-Wert altersabhängig ist. Ein Anstieg mit fortschreitendem Alter ist also erst einmal normal.

Erfahren Sie hier mehr über den PSA-Wert.

Wie oft wird kontrolliert? Pauschal kann man das nicht sagen, da auch das Alter und Nebenerkrankungen hierbei eine Rolle spielen. Als Faustregel gilt: Werte unter zwei sind zunächst erfreulich, eine unmittelbare Kontrolle ist nicht nötig, sollte die Abtastuntersuchung ebenfalls unauffällig gewesen sein. Je nach Alter kann man die nächste Kontrolluntersuchung bei Werten unter 1 je nach Alter bis zu vier Jahre später durchführen lassen, bei Werten zwischen 1-2 alle zwei Jahre. Patienten über 70 mit einem PSA-Wert kleiner eins können sogar ganz auf weitere PSA-Kontrollen verzichten. Werte bis vier werden toleriert – hier sollte man jedoch den PSA-Wert engmaschiger, d.h. jährlich, kontrollieren lassen, wenn man auf der sicheren Seite sein will. Beträgt der PSA-Wert jedoch Werte über vier, würde man den Ursachen hier für vermutlich nachgehen.

Gründe für einen erhöhten PSA-Wert gibt es viele, es muss also nicht immer sofort Krebs bedeuten. Auch akute Entzündungen der Prostata, Fahrrad fahren, Geschlechtsverkehr oder die Abtastuntersuchung der Prostata erhöhen den PSA-Wert (deswegen sollte diese immer erst NACH der Blutentnahme erfolgen). Chronische Entzündung führen zu einem dauerhaft erhöhtem PSA, welches häufig Schwankungen unterliegt. Insgesamt bleibt es jedoch um einen Wert herum stabil, steigt also nicht exponential an.

Es heißt also zunächst Ruhe bewahren, sollte ihr PSA-Wert über vier sein! Ihr Urologe wird erst einmal eine erneute Blutentnahme einige Zeit später veranlassen und mit ein wenig Glück ist er in den Kontrollen bereits wieder am Sinken. Sollte der PSA-Wert jedoch weiter erhöht bleiben, wird Ihr Arzt sicherlich mit Ihnen über die Durchführung einer Biopsie sprechen.

Erfahren Sie hier mehr über die Prostatabiopsie.

Die Veränderung des PSA-Wertes über die Zeit. Ein einzelner PSA-Wert hat noch nicht viel Aussagekraft. Viel wichtiger, als der aktuelle PSA-Wert ist die PSA-Verlaufskurve über die Zeit (auch PSA-Dynamik genannt). Ein langsamer, stetiger Anstieg spricht eher für eine gutartige Veränderung. Steigt der PSA-Wert sprunghaft auf sehr hohe Werte an, bildet sich in den Kontrollen dann aber wieder zurück auf den Ausgangswert, könnte das für ein akut-entzündliches Geschehen sprechen. Ein schnelles, exponentielles Wachstum wiederum ist krebsverdächtig.

Ein niedriger PSA-Wert schließt Prostatakrebs nicht gänzlich aus. Unabhängig vom PSA-Wert sollte in jedem Fall eine Prostatabiopsie durchgeführt werden, wenn die Tastuntersuchung einen auffälligen Befund ergab. In wenigen seltenen Fällen kann ein Prostatakarzinom vorhanden sein, trotz niedriger PSA-Wertes.