Über das, was man zu sich nimmt, kann auch auf die Gesundheit Einfluss zu genommen werden. So gibt es bestimmte Nahrungsmittel, welchen nachgesagt wird, dass sich ihre Wirkstoffe günstig bei einer Krebserkrankung auswirken können (eine Auswahl finden Sie weiter unten). Gleichzeitig ist ein gesunder, fitter Körper eine gute Voraussetzung, um eine Operation, Bestrahlung oder medikamentöse Therapie möglichst wohlbehalten zu überstehen.

Weiter wird durch eine ausgewogene Ernährung das Risiko für Übergewicht und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert. Eine gesunde Ernährung reduziert also das Risiko für Nebenerkrankungen und kann gleichzeitig unterstützend zu einer laufenden Therapie wirken.

Oft zitiert: Die"5er-Regel". Diese besagt, dass man jeden Tag fünf Portionen Obst oder Gemüse konsumieren sollte. Insgesamt empfehlen Experten, wie z.B. die vom World Cancer Research Fund, eine überwiegend pflanzlichen Ernährung, kombiniert mit Produkten aus unverarbeitetem Getreide (z.B. Vollkornbrot) und Hülsenfrüchten. Auch Fette pflanzlicher Herkunft (z.B. Olivenöl, Leinsamenöl, Rapsöl) sind denen tierischer vorzuziehen. Fleisch sollte nicht die Grundlage der Ernährung darstellen; vielmehr kann es ab und zu als eine Beilage - nur für den Geschmack - auf den Tisch kommen. Zu viel davon, gerade von rotem Fleisch oder Wurstware, steht sogar im Verdacht, Krebs zu begünstigen. Produkte, welche mit Salz haltbar gemacht oder gepökelt wurden, gilt es zu vermeiden.

Im Gegensatz dazu ist (fetter) Fisch, wie z.B. Lachs oder Makrelen, reich an Omega-3-Festtsäuren, also den "guten Fetten", welche entzündungshemmend wirken sollen und zusätzlich wohl das Wachstum und die Ausbreitung von Krebszellen bremsen können. Auch Soja und Tofu eignen sich als Fleischersatz.

Insgesamt heißt es, je frischer umso besser. Als Faustregel gilt: Lebensmittel, welche nicht innerhalb von einer Woche unter Raumtemperatur verschimmeln, sollten nicht die Grundlage der Ernährung darstellen.

Getränke: Am besten Wasser oder klare Tees. Ernährungs-Experten, wie von der WHO, empfehlen, den Konsum von zuckerhaltigen Getränken zu vermeiden. Während einem bei den Limonaden klar ist, dass diese Zucker enthalten, hat man beim Trinken von Saft oft kein schlechtes Gewissen – schließlich handelt es sich um ein natürliches Produkt. Allerdings wird den meisten Säften oft viel Zucker zugesetzt, was, in großen Mengen konsumiert, dazu führt, dass mehr Energie aufgenommen wird, als dass man sie verbrennt - oder einfacher gesagt: man nimmt zu. Alkohol ist nicht generell verboten, allerdings sollte auch dieser nur in Maßen konsumiert werden.

Zurück an den Herd. Überwiegend selbst zu Kochen ist sinnvoll, da man so ganz genau beeinflussen kann, was man zu sich nimmt. Je bunter der Teller dabei ist, umso besser. Die verschiedenen Farben von Obst und Gemüse werden gebildet durch sog. „Phytochemische Wirkstoffe“, das sind pflanzliche Wirkstoffe, welchen eine vorbeugende Wirkung gegenüber Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachgesagt wird.

Im Folgenden werden einige ausgewählte Lebensmittel vorgestellt, welchen ein positiver Effekt bei einer Krebserkrankung nachgesagt wird, was bei manchen auch in Studien bestätigt werden konnte.

  1. Kreuzblütler. Kohl, insbesondere z.B. Brokkoli, Blumenkohl oder Rosenkohl können durch ihre besonderen Bestandteile (insbesondere die Glucosinolate) das Risiko, an Krebs zu erkranken, vermindern und verhindern gleichzeitig die Vermehrung von Tumorzellen, und können sogar die Apoptose (also den natürlichen Zelltod) von Tumorzellen auslösen. Achtung bei der Zubereitung: Zu lange gekocht, verlieren diese Lebensmittel ihre positiven Eigenschaften. Lieber kurz zubereiten, wenn möglich dünsten, und „al dente“ verspeisen. Es ist auch möglich, direkt die Sprossen (z.B. von Brokkoli) zu sich zu nehmen.
  2. Soja. Oft wird die Tatsache, dass in Asien weniger Prostata- oder Brustkrebsfälle auftreten, u.a. mit dem Verzehr von Sojaprodukten in Verbindung gebracht. Soja enthält Stoffe, welche dem Östrogen ähneln und somit bestimmten, hormonabhängigen Krebsarten vorbeugen sollen. Soja kann konsumiert werden z.B. in Form von Tofu oder gerösteten Sojabohnen.
  3. Grüner Tee. Als ein weiterer Grund für das gesunde, lange Leben der Asiaten wird der Konsum von grünem Tee angegeben. Dieser enthält die sog. "Catechine", welche angeblich ebenfalls krebshemmend wirken. Besser als Teebeutel eignen sich hier die losen Teeblätter, welche mehrmals aufgegossen werden sollen. Ein asiatisches Sprichwort besagt: Der erste Aufguss ist für den Feind, der zweite für den Freund, der dritte für die Familie, der vierte für sich selbst. Nicht nur, dass der Geschmack sich mit jedem Aufguss verbessert, auch werden mit jedem neuen Aufguss andere Bestandteile gelöst. Es ist daher sinnvoll 3-4 Tassen grünen Tee über den Tag verteilt zu trinken, man sollte jedoch bei den gleichen Teeblättern bleiben. Übrigens: Je länger der Tee zieht, umso besser lösen sich die Catechine. Von daher sind Tee-Sorten mit längeren Ziehzeiten (v.a. die japanischen) günstiger.
  4. Tomaten. Tomaten enthalten Lycopin, welchem sie ihre rote Farbe verdanken und welches eine krebshemmende Wirkung haben soll. Aber Achtung: Damit das Lycopin seine krebshemmende Wirkung besser entfalten kann, sollte es in Fett gelöst werden, z.B. also in Olivenöl als Tomatensauce.
  5. Gewürze. Neben (vielleicht sogar anstatt von) Salz kann auch mit Ingwer, Curcuma (immer in Kombination mit schwarzem Pfeffer, welcher als Katalysator für das Curcumin wirkt), Zwiebeln oder Knoblauch gewürzt werden. Auch Rosmarin, Salbei, Minze, Thymian, Basilikum können Verwendung finden - viele von diesen Kräutern wurden früher als Heilmittel verwendet. Zum einen wird auf diese Weise Salz eingespart, was sich positiv auf den Blutdruck auswirkt. Zum anderen wird vielen dieser Stoffe eine entzündungshemmende oder auch (wie Curcuma, Zwiebeln, Knoblauch) eine direkt krebshemmende Wirkung nachgesagt.
  6. Beeren, Granatapfel und Rotwein. In Erdbeeren, Himbeeren, Walnüssen und Granatapfel findet sich ein Stoff namens "Ellagsäure". In Tierversuchen und Studien mit Prostatakrebszellreihen ließ sich zum einen eine vorbeugende Wirkung nachweisen, zum anderen konnte aber auch eine Ausbreitung des Krebs' verhindert bzw. das Absterben der Krebszelle durch den "natürlichen Zelltod" (=Apoptose) nachgewiesen werden. Tipp: Im Winter sind Tiefkühlbeeren nicht unbedingt die schlechtere Alternative. So schädigt der Vorgang des Gefrierens nicht die wichtigen Bestandteile. Auch Rotwein enthält zu einem gewissen Maße Ellagsäure - wichtiger für die gesundheitsfördernde Wirkung des Rotweines ist jedoch sein Bestandteil Resveratrol, der ebenfalls die Ausbreitung von Krebs eindämmen kann. Ein Glas Rotwein pro Tag reicht jedoch aus - auch variiert der Resveratrol-Gehalt von Sorte zu Sorte, nicht jeder Rotwein wirkt also "gleich gut".

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