Vor einer IRE führt man ein MRT durch, um einzelne Tumorareale genau zu identifizieren. Anschließend werden während des eigentlichen Eingriffs dünne Nadeln über eine Schablone (engl. = Template), welche am Damm positioniert ist, in die Prostata vorgeschoben und hier direkt in die Tumorareale eingeführt. Die Nadeln geben nun kurze, elektrische Spannungsimpulse ab, so dass ein elektrisches Feld entsteht und sich in den Tumorzellen Poren öffnen, was zum Gewebeuntergang führt. Dadurch, dass die Impulse im Millisekundenbereich liegen, entwickelt sich keinerlei Hitze, das umgebende Gewebe wird also geschont. Aufgrund des Zugangsweges über den Damm können auch Tumore behandelt werden, an die man beim Zugang über den Enddarm (wie er bei der HIFU genutzt wird) nicht heran kommt.

Ein Katheter sorgt für wenige Tage für einen ungestörten Urinabfluss und kann bereits nach kurzer Zeit entfernt werden. Der eigentliche Krankenhausaufenthalt ist ebenfalls nur wenige Tage lang. Auf Grund der dünnen Datenlage ist noch nicht viel über Heilungsrate und mögliche Nebenwirkungen bekannt. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist ebenfalls noch nicht einheitlich geklärt.

Bei der IRE handelt es sich insgesamt um eine neue Technik welche ihre Wirksamkeit noch nicht in großen Studien mit einem langen Nachbeobachtungszeitraum von mehr als fünf - zehn Jahren unter Beweis stellen konnte. Die Durchführung einer IRE sollte von daher nur im Rahmen einer beobachtenden Studie mit angemessenen Nachbeobachtungs-Protokoll stattfinden, sowohl für die eigene Sicherheit als auch um die Forschung zu unterstützen.