Testosteron, das männliche Geschlechtshormon. Testosteron wird bei Männern zum größten Teil im Hoden produziert. Sehr vereinfacht gesagt, sorgt das Testosteron im medizinischen Sinne dafür, dass "der Mann ein Mann ist". So ist es für die Entstehung der "typisch männlichen" Attribute des Aussehens zuständig und ist unter anderem für das Wachstum von Muskeln, die Fettverteilung, das Knochenwachstum und das Bartwachstum verantwortlich. Testosteron sorgt auch für die Samenproduktion und ist für das sexuelle Verlangen (Libido) verantwortlich, außerdem hat es Einfluss auf den Antrieb, die Ausdauer und die „Lebenslust“ und verursacht gewisse (männliche?) Verhaltensweisen.

Testosteron sagt auch der Prostata, was sie tun soll. Man kann sich die Prostata vorstellen wie eine Fabrik, die Samenflüssigkeit und PSA produziert, wenn sie gebraucht werden. Den Auftrag zur Produktion bekommt die Prostata allerdings vom Testosteron. Auch für das Wachstum der Prostata ist das Testosteron verantwortlich. So fängt die Prostata z.B. erst mit der Pubertät an zu wachsen, sobald das männliche Geschlechtshormon im Körper gebildet wird.

Die Hormontherapie ist eigentlich eine Hormonentzugstherapie und schwächt die Wirkung von Testosteron. Es wird heute davon ausgegangen, dass viele Prostatakarzinome durch die Einwirkung von Testosteron entstehen. Auch das Wachstum von Prostatakrebs wird durch Testosteron beschleunigt. Bildlich gesprochen, sind Testosteron und Prostatakrebs wie Sauerstoff und Feuer: Nimmt man dem Feuer den Sauerstoff, so wird die Flamme kleiner - ähnlich funktioniert die Hormontherapie beim Prostatakarzinom. Genauer gesagt handelt es sich um eine Hormonentzugstherapie. Sie hat also den Zweck die stimulierende Wirkung des Testosterons auf die Tumorzellen zu vermindern. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, kann man sich das vorstellen, als ob man bei Feuer im Haus alle Fenster und Türen schließt, damit kein Sauerstoff mehr ans Feuer kommt und das Feuer so zum Erlischen bringt.

Was für Medikamente gibt es? Es gibt zwei Mechanismen die Wirkung von Testosteron auf die Tumorzellen zu verringern. Man kann die Produktion von Testosteron im Körper verringern oder die Wirkung des vorhandenen Testosterons auf die Zellen stoppen.