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Progether Newsletter, Dezember 2018

Hallo von Progether,

Ein aufregendes Jahr 2018 liegt hinter uns. Mit insgesamt über 11.000 Patientenjahren ist Progether auch dieses Jahr wieder deutlich gewachsen. Das wäre nicht ohne Sie möglich gewesen, und wir möchten uns herzlich für Ihr Vertrauen, Ihr Feedback und insgesamt für Ihre Unterstützung bedanken. Wir hoffen, dass Sie uns auch 2019 gewogen bleiben und wir gemeinsam die 20.000 Patientenjahre „knacken“ werden.

Ausschnitt aus dem zitierten Journal-Artikel

Haben Sie sich schon einmal gezielt zu einem Thema auf YouTube informiert? Hoffentlich nicht über Prostatakrebs: Eine jüngst im European Urology Journal erschienene Studie über die 150 am häufigsten geklickte Videos zum Thema Prostatakrebs fand eine insgesamt eher schlechte Qualität der angebotenen Informationen. So tauchten in 77% der Fälle entweder Fehler auf, oder es fand eine nicht-neutrale Darstellung der Fakten statt, auch zu kommerziellen Zwecken. Nur ungefähr die Hälfte der Videos ging z.B. auf Nebenwirkungen von Behandlungen ein, in 19% der Fälle wurden alternative Behandlungen empfohlen, für die überhaupt keine Daten vorliegen. Um nur ein Beispiel zu nennen, fand sich unter den Videos mit der höchsten Klickrate eine Empfehlung zur Injektion von Kräutern in die Prostata – eine Behandlung, zu der es keine wissenschaftliche Grundlage gibt. Insgesamt machten die Forscher die auffällige Entdeckung, dass es eine negative Korrelation zwischen der Qualität der Informationen und den „Klicks“ bzw. „Likes“ der YouTube-Nutzer gegeben hat. So hatten kommerzielle Videos, Wellness-Videos oder von Laien erstellte Videos eine höhere Zuspruchrate als jene, welche von medizinischen Experten zur Verfügung gestellt wurden.

Laut einer der Autorinnen, Progether-Mitarbeiterin und Prostatakrebs-Expertin Stacy Loeb, fände man auf YouTube zwar eine Menge wertvolle Informationen. Man müsse sich jedoch deren Quellen gut anschauen und sich darüber im Klaren sein, wie schnell gerade medizinische Inhalte bereits wieder überholt sein könnten.

Wir haben, auch um die Qualität zu steigern, eine Auswahl unserer Erklärvideos auf YouTube veröffentlich.

Auch in unserem letzten Newsletter im Jahr 2018 beschäftigen wir uns mit einigen statistischen Begriffen: In diesem Monat mit der Kaplan-Meier-Kurve, dem Gesamtüberleben und dem tumorspezifischen Überleben.

Kaplan-Meier-Kurve (auch Überlebenskurve genannt): In einer Kaplan-Meier-Kurve wird die Wahrscheinlichkeit untersucht, bei wie vielen Studienteilnehmern ein bestimmtes Ereignis zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht aufgetreten ist. Dabei wird die Zeit (auf der X-Achse) von einem definierten Anfangspunkt bis zum Eintreten eines Ereignisses (z.B. Tod, Auftreten von Metastasen oder Rezidiv auf der Y-Achse) dargestellt. Der Zeitraum dazwischen wird „Überlebenszeit“ oder „eventfreies Überleben“ genannt. Die Kurve beginnt bei 100% und nimmt dann treppenartig mit jedem eingetretenen Ereignis pro Patient ab, so dass am Ende der Kurve weniger Teilnehmer beobachtet werden _ als am Anfang. Um zwei verschiedene Therapien zu vergleichen, werden oftmals beide Kurven übereinander dargestellt. Eine beispielhafte Kaplan-Meier Kurve

Zusammegefasst: Anhand einer Kaplan-Meier-Kurve kann man bezogen auf einen bestimmten Zeitpunkt z.B. das Gesamtüberleben von zwei Gruppen vergleichen und somit sehen, welche Therapie besser gewirkt hat. Dabei handelt es sich jedoch immer um eine Schätzung!

Gesamtüberleben (engl.: Overall Survival): Der Zeitraum, zwischen Diagnosestellung und Tod jedweder Art.

Tumorspezifisches Überleben (engl: Cancerspecific Survival): Der Zeitraum, zwischen Diagnosestellung und Tod, der durch die Krankheit verursacht wurde.

Achtung: Warum ist gerade der Unterschied zwischen Gesamtüberleben und krankheitsspezifischen Überleben interessant? Es gibt Studien, bei denen das krankheitsspezifische/tumorspezifische Überleben durch eine Therapie verbessert wurde - allerdings ist dafür das Gesamtüberleben schlechter. Und hier gilt es, aufmerksam zu sein: Das kann nämlich bedeuten, dass die Nebenwirkungen einer Therapie das Leben verkürzen können, die Therapie bei einigen Patienten also mehr schadet als nutzt.

Waren diese Informationen nützlich für Sie? Möchten Sie mehr erfahren über statistische Begriffe, oder gibt es ein anderes Thema rund um Prostatakrebs, welches Sie interessiert?

Senden Sie uns eine E-Mail mit Ihren Kommentaren an hallo@progether.com. Wir freuen uns!

Bis dahin schicken wir Ihnen herzliche Grüße und wünschen Ihnen
Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2019!
Ihr Progether-Team